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Die Qual der Wahl -

Legasthenie und Fremdsprachen

 

Kinder mit Problemen im Schriftspracherwerb können Fremdsprachen meist nicht ohne besondere Unterstützung erwerben. Sie machen dieselben Fehler wie alle anderen Schüler, nur unterlaufen ihnen diese über einen sehr viel längeren Zeitraum und in höherer Zahl. Es gibt meist keine spezifischen Fördermöglichkeiten in der Schule. Unterschiedliche und komplizierte Laut-Buchstabenzuordnungen, fehlende Parallelen in der Muttersprache und divergierende Bedeutungszuordnungen (sinngemäße Unterscheidung gleich oder ähnlich klingender Wörter) erschweren es diesen Kindern mit dem Lerntempo im Fremdsprachenunterricht mitzuhalten.

 

Es ist äußerst hilfreich, sich gewisse Merkmale der üblichen Fremdsprachen bewusst zu machen, bevor eine Entscheidung (Schultypenwahl) gefällt wird.

Typische Probleme im Bereich des Fachs Latein:

Leseprobleme und in der Folge Übersetzungsfehler können auftreten, wenn Buchstaben verwechselt werden.

Der Lateinunterricht beinhaltet von Anfang an eine Menge abstrakter grammatikalischer Aufgaben, was oft nicht sehr motivierend wirkt und die Schüler überfordert.

Kinder mit Problemen im abstrakten Denken (grammatikalische Kategorien) tun sich mit Latein schwer, für sie sind lebende Fremdsprachen, die über Handlungs- und Spielsituationen unterrichtet werden, besser geeignet.

Schwierigkeiten können im lexikalisch-semantischen Bereich auftreten, wenn sich Schüler schwer tun mit den Bedeutungsveränderungen durch Vor- und Nachsilben umzugehen und das „Baukastenprinzip“ der Sprache zu nutzen.


Gründe für den Erwerb des Lateinischen können sein


Kenntnisse in Latein erleichtern den Erwerb weiterer moderner Fremdsprachen.

 

Es gibt keine Probleme bei der Aussprache.


Kinder, die viele Rechtschreibfehler machen, können sich im

      grammatikalischen Bereich einen Ausgleich schaffen.
 

Grammatikkenntnisse werden vertieft, was auch positive Wirkungen auf den Englisch- und Französischunterricht

      in Richtung Matura hat.

 

Der Lateinunterricht erwartet keine schnelle sprachliche Informationsverarbeitung, sondern analytisches Denken.

 

 

Probleme für Schüler mit Problemen im Schriftspracherwerb im Französischen sind


Das phonetische System des Französischen führt zu Problemen bei der Schreibung im lautgetreuen   Bereich.

 

Die vom Deutschen stark abweichende Artikulationsbasis und das schnelle Sprechtempo können Probleme

      beim Einstieg bringen.

 

Französisch ist keine lauttreue Sprache, die Zuordnung von Buchstaben und Aussprache ist noch um vieles

      komplexer als im Deutschen.

 

Grammatikkenntnisse (z.B. accent) beeinflussen Aussprache und Rechtschreibung.


Gründe für den Erwerb des Französischen sind


Der Unterricht ist kommunikativ orientiert und davon profitieren Kinder mit Stärken im mündlichen Bereich.

 

Die Themen kommen vor allem aus dem Alltag, was die Lernmotivation steigert.

 

Kompetenzen in Sprechsituationen werden geübt, ausgehend von Ton- und Bildmaterial. Dadurch können

      verschiedene Lernkanäle aktiviert werden.

 

 

Für Spanisch bzw. Italienisch als zweite lebende Fremdsprache spricht


lautgetreue Schreibweise

 

weniger komplizierte Grammatik

 

Vokabular weitgehend dem Lateinischen entlehnt

 

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