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Diagnose - Beratung - Training
Wien 0660/ 55 38 971 Bruck/Mürzzuschlag 0680/ 23 56 348 Graz /Leibnitz 0316/ 69 28 02 |
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Pressestimmen
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Woche/Leibnitz 9. Februar 2012 Eine Bereicherung für die Schulstadt Leibnitz In Leibnitz gibt es rund 11.000 Schüler. Jetzt gibt es auch Hilfe bei Legasthenie. Gerade wenn ein Zeugnis naht, führen Schwierigkeiten im Lesen und Rechtschreiben erfahrungsgemäß verstärkt zu Frust und Belastung. Oftmals bringt die Sorge vor dem drohenden „Nicht genügend" in Deutsch oder anderen Fremdsprachen Stresszustände und Angst mit sich. Ca. 10% aller SchülerInnen in Österreich verdanken ihre Schulprobleme und die daraus resultierenden psychischen Begleiterscheinungen nicht ihrer Faulheit oder mangelnden Begabung, sondern einer Lese-Rechtschreib-Schwäche. In der Steiermark mit ca. 160.000 Schülern (Quelle Statistik Austria) kann man also selbst bei vorsichtiger Schätzung von über 10.000 Betroffenen ausgehen und selbst in den einzelnen Bezirken wie z.B. Leibnitz (ca. 11.000 Schüler) oder Deutschlandsberg (ca. 8.000) dürften hunderte Schüler und Schülerinnen mit diesem Problem konfrontiert sein.
Neues Angebot in Leibnitz „Wird auf diese Probleme nicht richtig reagiert, bauen die Kinder Schulangst auf und entwickeln Verweigerungshaltungen, was die Bildungslaufbahn auch normal intelligenter Kinder äußerst negativ beeinflussen kann“, weiß Reinhard Kargl vom Verein zur Förderung legasthener Menschen mit Sitz in der Bahnhofstraße in Leibnitz. SYMPTOME & INFOS Symptome, auf die man achten sollte: Das Kind lehnt das Schreiben und Lesen ab. Die Anzahl der Rechtschreibfehler vermindert sich auch bei vermehrtem Üben kaum. Das Lesen bleibt trotz großer Anstrengung fehlerhaft und holprig. Die Anzahl der Fehler nimmt vor allem beim freien Schreiben stark zu. Das Erlernen einer Fremdsprache bereitet in den meisten Fällen Probleme. Auch bei Abschreibübungen schleichen sich Fehler ein. Deutsch wird mit der Zeit als Fach abgelehnt. Kontakt: Dr. Reinhard Kargl Verein zur Förderung legasthener Menschen, Bahnhofstraße 14, Leibnitz, Tel.: 0316/692802, legasthenie@aon.at, www.lrs-legasthenie.at |
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Der Standard "FETZENLITERATUR" SMS, Facebook und die Mär von der falschen Rechtschreibung LISA AIGNER, 26. Jänner 2012 10:25 SMS-Schreiben lässt die Rechtschreibkenntnisse verkümmern, meinen viele. Eine Studie kommt zu einem anderen Ergebnis. Neue Medien beeinflussen Rechtschreibung nicht - Jugendliche machen in der Schule nicht dieselben Fehler wie in SMS "jo fein aber jetzt tusas dann mal mitn posten", "u sowas in der prüfungszeit! :-D", "ois guade!!": Das sind ein paar Auszüge aus Kommentaren, Pinnwandeinträgen und Statusmeldungen auf Facebook. In neuen Medien wird auf Groß- und Kleinschreibung, Satzzeichen und Rechtschreibung generell wenig Rücksicht genommen. Wie eine Studie ergeben hat, hängen die Rechtschreibkenntnisse der Jugend allerdings nicht mit den neuen Medien zusammen. Auch dass die Rechtschreibkenntnisse generell abnehmen, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. "Fetzenliteratur" Schlechte Rechtschreibkenntnisse sind in den Schlagzeilen der Tageszeitungen immer wieder ein Thema. So haben die orthografischen Kenntnisse von Polizei-Anwärtern dazu geführt, dass die Volkshochschule in Vorarlberg einen Kurs im Rechtschreiben als Vorbereitung für die Prüfung anbietet. Selbst Maturanten, die Lehrer werden wollen, haben Probleme, die Prüfung für das Studium zu bestehen, weil sie zu schlecht rechtschreiben. Der Vorsitzende des Rechtschreibrates in Deutschland hat für das Problem eine einfache Lösung parat: Die "Fetzenliteratur" auf Twitter und in SMS bedroht nach Ansicht von Hans Zehetmair die Sprachkompetenz junger Leute. Nicht nur Jugendliche betroffen So simpel ist es nicht. Grundsätzlich falsch sei die These deshalb, weil Twitter vor allem von Erwachsenen und nicht von Jugendlichen genutzt werde, sagt Christa Dürscheid von der Universität Zürich, die sich vor allem mit neuen Medien und deren Auswirkungen auf die deutsche Sprache beschäftigt. "Wahrscheinlich hat Zehetmair vor allem SMS gemeint und nicht genau gewusst, wovon er da spricht", sagt sie im Gespräch mit derStandard.at. Doch auch bei SMS würden Erwachsene und nicht nur Jugendliche Abkürzungen verwenden, um sich Tippaufwand zu ersparen. Alltagskommunikation "Wenn Zehetmair jetzt sagt, das ist Fetzenliteratur, muss man sagen, dass das gar keine Literatur ist. Das ist Alltagskommunikation", führt Dürscheid aus. Wie man schreibt und ob man die Regeln der Rechtschreibung beachtet, hängt demnach vor allem damit zusammen, ob es sich um einen formellen Text handelt oder ob man mit einer vertrauten Person kommuniziert. "Informeller Text ist oft an eine vertraute Person gerichtet, und da kann man davon ausgehen, dass eine gewisse Toleranz da ist. Wenn eine Nachricht über das Handy kommt, dann ist die auch unter bestimmten Bedingungen geschrieben. Das heißt, man ist selbst auch toleranter gegenüber Fehlern und es passiert einem selbst auch eher, dass man Fehler macht", erklärt die Sprachwissenschaftlerin. Kein Zusammenhang mit neuen Medien In einer Studie hat Dürscheid untersucht, ob Jugendliche zwischen dieser Alltagskommunikation und formellen Texten unterscheiden können. Das Ergebnis: Sie können. "Wir haben Texte, die Schüler in ihrer Freizeit in den neuen Medien verfasst haben, mit solchen Texten verglichen, wie sie in der Schule geschrieben werden müssen. Wir konnten feststellen, dass Merkmale, die für die neuen Medien typisch sind - also Kleinschreibung, Abkürzungen, Smileys -, verschwindend gering sind." Einen Zusammenhang zwischen schlechten Rechtschreibkenntnissen und neuen Medien gibt es dieser Studie zufolge also nicht. Rechtschreibleistungen sinken Das beweist allerdings noch nicht, dass die Rechtschreibkenntnisse generell nicht doch abnehmen. Laut Reinhard Kargl, Leiter des Lese- und Rechtschreibinstitutes in Graz, gibt es Studien, denen zufolge Testpersonen heute schlechter rechtschreiben als in den 1970er-Jahren. "Während die Intelligenz meist um ein paar Prozentpunkte steigt, sinken die Leistungen in der Rechtschreibung", so Kargl. Ein Grund dafür könne sein, dass in Schulen manchmal die Rechtschreibung nicht mehr so wichtig genommen werde. "In der Schule gilt oft, dass es wichtiger ist, dass die Schüler gut schreiben können und intelligent sind. Trotzdem ist es in der Schul- und der Berufswahl immer noch so, dass sehr viel von der Rechtschreibleistung abhängt", erklärt er. Zu wenig Zeit in der Schule Ein Faktor, der bei schlechten Rechtschreibkenntnissen mitspiele, sei auch, dass weniger Zeit darauf verwendet werde, die Grundfertigkeiten abzusichern. Zudem seien die Anforderungen an die Schüler beim Lesen und Schreiben stark gestiegen. "Im beruflichen Umfeld ist es heutzutage so, dass jeder mit Lesen und Schreiben konfrontiert wird", sagt Kargl. Mehr Personen müssen rechtschreiben können Kann man also sagen, dass die Rechtschreibkenntnisse vielleicht gar nicht schlechter geworden sind, sondern einfach von mehr Personen gute Rechtschreibung gefordert wird? "Da steckt sicher eine Wahrheit drinnen. Das wiederum würde aber nicht erklären, warum Österreich im Vergleich zu anderen Ländern hier besonders schlecht abschneidet", so Kargl. Auch die schlechter werdenden Ergebnissen, die Lehrer- und Polizei-Anwärter bei Prüfungen erbringen, könnten so erklärt werden. "Da ist die Frage, ob die Leute wirklich schlechter geworden sind oder ob sich einfach mehr Leute anmelden. Das hat sich alles sehr stark verändert, auch durch die Soziodemografie, die dahintersteckt", meint Kargl. "Heilige Kuh" Groß- und Kleinschreibung Lösen könnte man das Problem vieler Rechtschreibfehler möglicherweise durch eine Vereinfachung der Regeln. Christa Dürscheid von der Universität Zürich dazu: "Ein Argument dafür wäre, dass die Kinder, die die Rechtschreibung lernen, es dann viel einfacher haben." Sie glaubt aber nicht daran, dass "in den nächsten 50 Jahren" an der Groß- und Kleinschreibung gerüttelt wird. "Das ist eine heilige Kuh", so Dürscheid. "Es wäre eben viel einfacher, wenn man alle Substantive kleinschreiben würde. Aber wir Alt-Schreiber haben diese Regeln verinnerlicht, da sind wir alle sehr konservativ. Das Schreiben ist eine Art der Identität. Das hat man gelernt, da möchte man die Rechtschreibung in dieser Art und Weise bewahren", erklärt sie die tiefe Abwehr gegen Änderungen der Rechtschreibregeln. Rechtschreibung als Statussymbol Dass die Rechtschreibung und deren Reform auch an Stammtischen und in Internetforen heftig diskutiert werden, erklärt die Sprachwissenschaftlerin auch damit, dass Rechtschreibung für viele ein Ausdruck von Bildung ist. "Wer viele Schreibfehler macht, hat eine mangelnde Bildung" - das sei eine Korrelation, die oft gemacht werde. Kargl erklärt die ablehnende Haltung gegenüber Rechtschreibreformen ebenfalls damit, dass sie ein "Bildungsstatussymbol" sei: "Ob ich ein exzellenter Mathematiker bin oder ein sehr gutes Fachwissen habe, zeigt sich erst auf den zweiten Blick." (Lisa Aigner, derStandard.at, 26.1.2012) Buch zur Studie: |
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Kleine Zeitung, 2. Dezember 2010
Defizite mit Ruhe und Geduld abbauen
In Kindberg wurde ein Lese-Rechtschreib-Institut, vor allem für Legastheniker, eröffnet. Legastheniker haben das Problem, dass sie beim Schreiben und Lesen Buchstaben vertauschen oder ganze Silben verdrehen. Das hat zur Folge, dass sie in der Schule oft schlecht abschneiden, gehänselt werden - und nicht immer wird ihr Problem ernst genommen. Schreiben und Lesen macht diesen Kindern keine Freude, was das Problem noch zusätzlich verschärft. In Kindberg wurde kürzlich ein "Lese-Rechtschreib-Institut" eröffnet, das sich speziell diesen Kindern widmet - aber auch Erwachsenen, die dieses Problem seit ihrer Schulzeit mit sich herumtragen. Laut Reinhard Kargl, dem Leiter des Instituts, geht man bei der Arbeit mit Legasthenikern ähnlich vor wie bei normaler Rechtschreibschwäche, "nur langsamer, geduldiger und individueller". Deshalb wird vor allem Einzelunterricht geboten, wie Kargl sagt: "Die Schüler kommen einmal pro Woche für eine Stunde zu uns, und sie bekommen ein Hausübungspaket mit Übungen für jeden Tag." Bis vor Kurzem waren ausgewiesene Legastheniker in der Rechtschreibung toleranter zu beurteilen. Mittlerweile hat die Rechtschreibung in der Schule an Stellenwert verloren, trotzdem muss man sie beherrschen, um bei der Berufswahl nicht eingeschränkt zu sein. Gemeinsam mit Christoph Ajd und David Kalcher betreut Kargl vorerst die Bezirke Bruck und Mürzzuschlag. Bei einem Tag der offenen Tür hatte das Institut - ein gemeinnütziger Verein - bereits regen Zulauf, vor allem von Lehrerinnen und Lehrern. Auch der Kindberger Bürgermeister Christian Sander war zu Gast. Die Stadt hatte dem Verein geholfen, die Räumlichkeiten in guter Lage - Hauptstraße 13 - zu finden. Infos findet man unter www.lrs-legasthenie.at
FRANZ POTOTSCHNIG |
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Die Presse Printausgabe,15. 5. 2010 von Erich Witzmann
Morphemprogramm: Kampf dem Fehlerteufel
Eine von Psychologen in Graz entwickelte neue Methode soll Schülern helfen, die mit der Rechtschreibung gröbere Probleme haben. Wer nämlich mit ,h‘ schreibt ist dämlich.“ Wer kennt diesen Merksatz aus seiner Schulzeit nicht. Oder den Hinweis über „das“ und „daß“ bzw. heute „dass“: Wenn man dieses Wort in der Umgangssprache als „des“ ausdrücken kann, dann handelt es sich um den Artikel oder das Relativpronomen, andernfalls um das mit „ß“ (heute „ss“) geschriebene Bindewort. Dergleichen Sprüche sollten den Schülern als Krücken im Dschungel der Rechtschreibung dienen.
Nadja Kozel wird diese Rechtschreibhilfen vielleicht dämlich finden. Die Doktorandin am Institut für Psychologie der Universität Graz arbeitet unter der Devise „Kampf dem Fehlerteufel“ an einem Programm, das Lese- und Rechtschreibstörungen beseitigen soll. Und da geht es sicherlich nicht um das Auswendiglernen von bestimmten Regeln. „Ein neuer Ansatz vertreibt den Fehlerteufel aus den Schulheften“, sagt Kozel, die bereits für ihre Diplomarbeit 2009 mit dem Preis „Initiative Gehirnforschung Steiermark“ ausgezeichnet wurde. Morpheme statt Silben. Das Programm, das Kozel gemeinsam mit dem Lese-Rechtschreib-Institut Graz entwickelt hat, beginnt mit einer Studie: Bei Probanden (zwischen neun und 16 Jahren), die sich für die Testreihe gemeldet haben, wird eruiert, ob die Schwächen eher im Lesen, im Rechtschreiben (Legasthenie) oder in beiden Bereichen vorliegen. Danach richtet sich das Trainingsprogramm. „Besonders wichtig ist uns der individuelle Zugang zu jedem Probanden, zu jeder Probandin“, sagt die junge Forscherin. Auf der einen Seite geht es dabei um das sinnverstehende Lesen, auf der anderen aber – und das ist das Neue des Grazer Projekts – unterziehen sich die Teilnehmer dem neu entwickelten Computerprogramm „Morpheus“. Morpheme sind die kleinsten, lexikalisch definierten Einheiten einer Sprache. Kozel erläutert dies an einem Beispiel: Das Wort „Umfahrung“ besteht aus der Vorsilbe „um“, dem Wortstamm „fahr“ und der Nachsilbe „ung“. Wenn das Kind weiß, dass der Wortstamm „fahr“ immer mit einem Dehnungs-h geschrieben wird, kann es eine Vielzahl von Wörtern richtig schreiben, ohne dass die Schreibung jedes Wortes einzeln gelernt werden muss. Parallel zu den Anfangsübungen unterziehen sich die Kinder einem Elektroenzephalogramm (EEG). Mit der neurowissenschaftlichen Messtechnik – das Kind bekommt dabei eine Elektrodenhaube auf den Kopf gesetzt – werden Gehirnströme und damit die Auswirkungen während des Trainings auf die Hirnaktivitäten untersucht. Charakteristisch für Personen mit Lese-Rechtschreibstörung ist eine geringe Aktivität in den sprachrelevanten Arealen des Gehirns. Ein Training kann diese Gehirnreaktionen aktivieren, wie eine zweite EEG-Untersuchung nach fünf Wochen zeigt. Der Morphemansatz werde in der Schule kaum bis gar nicht erklärt, sagt Kozel. Auch im Förderunterricht für Rechtschreibschwache liegt die konventionelle Methode bei der Zerlegung eines Wortes in Silben. Das kann aber zu einer neuen Verwirrung führen. Das Wort „Rückmeldung“ in Silben zerlegt, nämlich „Rück“, „mel“ und „dung“, lässt keinen Schluss auf das Morphem „meld(en)“ zu. „Unser Trainingsprogramm ist viel regelgeleiteter, es wird die Regel der Wortstämme erklärt“, sagt die Grazer Forscherin. Daher sei es für Schüler transparenter und leichter, mit dem Sinn auch die richtige Schreibung zu finden. Passivere Mädchen. Gibt es einen Unterschied zwischen Burschen und Mädchen? Im Unterricht würden rechtschreibschwache Mädchen weniger auffallen, wenn sie etwas nicht können, sie verhalten sich ruhiger, sind eher passiv. Aber dann meint Nadja Kozel doch, dass sie es mehrheitlich mit Buben zu tun habe. Die Gründe seien vielschichtig, da gebe es genetische, biologische und natürlich auch soziale Fakten. Eine Übungsphase dauert übrigens fünf Wochen mit je einem Präsenztag pro Woche am Institut. Im Training sind spielerische Aufgaben am PC zu lösen, aber auch Übungen „mit Bleistift und Papier“ stehen auf dem Programm. Für die Tage bis zum nächsten Institutstraining werden ebenfalls spielerische PC-Übungen und Aufgabenbögen mitgegeben. Für ihre Übungsreihe sucht die junge Wissenschaftlerin noch Probanden. Wenn aber Eltern sofort ihre Kinder mit dem Morphemprogramm trainieren wollen, dann sind auch Kurse am Lese-Rechtschreib-Institut in Graz und in der Wiener Außenstelle möglich. „Die Grundlagenforschung ist gut“, sagt Nadja Kocel, „aber mich interessiert auch die Anwendung.“ Da die Fertigstellung der Dissertation erst für den Sommer 2011 geplant ist, wird jetzt noch eine Ausweitung folgen: ein Morphemprogramm für Englisch. Das Morphemprogramm wird gemeinsam mit dem Lese-Rechtschreib-Institut Graz (Reinhard Kargl, Christian Purgstaller) durchgeführt. Ein Kurs kostet 260 Euro. Die Forscherin Nadja Kozel (Institut für Psychologie der Uni Graz, betreut von Dozent Andreas Fink) sucht noch Probanden für ihre Studien. Info und Anmeldung: nadja.kozel@uni-graz.at © DiePresse.com http://diepresse.com/home/bildung/schule/565381/print.do 17.05.2010 |
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ORF Steiermark/Magazin/Wissen, 1. Februar 2010 Uni Graz testet Legasthenie-Training Gemeinsam mit dem Grazer Lese-Rechtschreib-Institut wurde ein Programm entwickelt, in dem Kinder und Jugendliche spielerisch besseres Lesen und Rechtschreiben trainieren können. Wie wirkt sich Lernprogramm aus? Individueller Zugang wichtig Spielerisches Üben |
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Kleine Zeitung, 28. 1. 2010
Legasthenie:
Uni Graz testet Trainingsprogramm |
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Die Presse.com, 28. 01. 2010 Neues Trainingsprogramm gegen Legasthenie In einem fünfwöchigen Intensivtraining können Kinder ihre Lese-Rechtschreibstörung bekämpfen. Für das neue Programm der Uni Graz werden noch Probanden gesucht. "Tsettel", "schpielen" oder "Schitzrichter" – diese und andere Fehler passieren rund 15 Prozent aller Schüler im deutschsprachigen Raum. Kinder mit Lese- und Rechtschreib-Störung scheitern regelmäßig, weil sie häufig ähnliche Wörter verwechseln oder Vokale auslassen, Laute nicht richtig unterscheiden oder ungewöhnlich viele Wörter falsch schreiben. An der Uni Graz wurde gemeinsam mit dem Grazer Lese-Rechtschreib-Institut ein Programm entwickelt, in dem Kindern und Jugendlichen spielerisch besseres Lesen und Rechtschreiben trainieren können. Die Wirksamkeit der Kurse wurde bereits in drei Studien überprüft und bestätigt. Zur weiteren Evaluierung werden laufend Testpersonen gesucht, teilte die Uni Graz am Donnerstag mit. Dabei können sich Kinder mit Lese-Rechtschreib-Störungen im Alter zwischen neun und 16 Jahren einem fünfwöchigem Intensivtraining unterziehen. In Vor- und Nachtests per Elektroenzephalogramm (EEG), werden die Auswirkungen des Lernprogramms auf die Hirnaktivierung untersucht. Zu Beginn wird eruiert, ob die Schwächen der Schüler eher im Lesen, im Rechtschreiben oder in beiden Bereichen vorliegen. "Danach stufen wir die Testpersonen in die jeweils passende Trainingsgruppe ein. Besonders wichtig ist uns hier der individuelle Zugang zu jeder Testperson", erklärt Nadja Kozel von Institut für Psychologie. Kozel schreibt ihre Dissertation über die Effektivität des Tests. Wörter haben Wortstämme Im Anschluss trainieren die Teilnehmer sinnverstehendes Lesen. Hier wird die Rechtschreibung mit dem Computerprogramm "Morpheus" spielerisch geübt. In diesem - in Graz konzipierten - Programm erscheinen die Wörter nicht mehr nur als Buchstabenkombinationen, sondern werden bewusst in Vor- und Nachsilben bzw. Wortstämme, sogenannte Morpheme - zerlegt. "Das Wort 'Umfahrung' zum Beispiel besteht aus der Vorsilbe 'um', dem Wortstamm 'fahr' und der Nachsilbe '-ung'", so Kozel. Wenn die Kinder lernen, dass 'fahr' immer mit einem Dehnungs-'h' geschrieben wird, sollten sie eine Vielzahl von Wörtern richtig schreiben, ohne dass jedes Wort einzeln gelernt werden muss. Nach einer ersten Evaluation wird bei Ende des Trainings und zwei Monate später mit einem EEG getestet. "Charakteristisch für Personen mit Lese-Rechtschreib-Störung ist eine geringe Aktivität in sprachrelevanten Arealen des Gehirns", so Kozel. Nach dem Training sollte es hier deutliche Veränderungen geben.
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Die Presse, 15. 11. 2009 von Bettina Steiner
Legasthenie: Die Tortur mit
den Stuchbaben Allein das Abschreiben war entsetzlich. Camillo hat auf die Tafel geschaut und dann wieder aufs Blatt - aber auf dem Weg zum Blatt wusste er nicht mehr, in welcher Zeile er überhaupt war. Und wenn er wieder auf die Tafel geschaut hat, hat er vergessen, welchen Buchstaben er abschreiben sollte." Camillo ist heute zehn, ein schmaler Bub, der sich für die alten Römer interessiert, gerne an Motoren herumbastelt und sich ungewöhnlich gewählt ausdrückt. Wie so oft wurden seine Schwierigkeiten zwar früh erkannt, einen Namen bekamen sie aber erst spät. Bis die Diagnose Legasthenie feststand, galt Camillo bei seiner Lehrerin als lernschwach und leicht ablenkbar. Dabei hätten die Probleme beim Abschreiben schon ein Hinweis sein können: „Abschreiben stellt man sich einfach vor. Das ist es aber nicht“, erklärt Reinhard Kargl, Leiter des Lese-Rechtschreib-Instituts in Graz: „Man muss einen Buchstaben erlesen, ihn im Kurzzeitgedächtnis behalten, sich ihn dann wieder diktieren. Jeder dieser Schritte ist anfällig für Störungen.“ Wobei nicht alle Kinder mit Legasthenie Abschreibfehler machen. Und nicht alle Kinder, die sich anfangs mit dem Abschreiben schwertun, Legastheniker sind. Leserechtschreibschwäche kann mehrere Ursachen haben – und prägt sich unterschiedlich aus. Was die Diagnose noch erschwert: „Klassische“ legasthene Fehler gibt es nicht. „Kinder durchlaufen beim Erwerb der Schriftsprache verschiedene Phasen. Das ,d‘ und das ,b‘ etwa verwechseln viele Erstklässler. Nur wenn die Fehler auch in der zweiten Klasse anhalten, ist das ein Alarmsignal. Oder wenn Kinder Wörter in einem Text einmal richtig, dann wieder falsch schreiben.“ Interessanterweise ist eine Prognose im Kindergarten oft leichter: Schwierigkeiten, Reime oder Anlaute zu erkennen, sind in diesem Alter ein starkes Indiz für eine mögliche spätere Rechtschreibschwäche: „In der Schule ziehen die Kinder dann schnell gleich.“ Bei Verdacht kann nur ein Test Sicherheit schaffen. Aber was tun, wenn die Diagnose feststeht? Camillos Mutter hat zum einen begonnen, mit ihrem Sohn nach dem Programm von Brigitte Sindelar zu arbeiten. Es hilft dem Buben, sich auf Schrift zu konzentrieren, sich im Raum zu orientieren, aufmerksam zuzuhören. Zum Zweiten wechselte sie die Schule. „Zu diesem Zeitpunkt war er bereits völlig demotiviert. Nie gab es ein Lob, das nicht gleichzeitig auch Kritik war. Unter seinen Arbeiten standen Sätze wie: ,Jetzt habe ich dich in einen separaten Raum gesetzt und du hast immer noch so viele Fehler!‘ Ich habe die Hefte von damals fast alle weggeschmissen. Es hört sich krass an, aber die Lehrerin hätte mir fast den Glauben an mein Kind genommen.“
„Wenn die Kinder zu uns kommen, haben sie natürlich schon eine Geschichte“,
sagt Reinhard Kargl. „Unsere Aufgabe ist es zunächst einmal, ihnen zu
zeigen, dass Deutsch, wenn nicht unbedingt Spaß machen, so wenigstens
interessant sein kann.“ Das gelingt gerade bei den Kleineren gut mit dem
Kieler Leseaufbau: Er stellt Lesespiele bereit, die nach den Prinzipien
von „Memory“ oder „Halligalli“ funktionieren. Bei älteren Kindern hat
Kargl gute Erfahrungen mit dem Marburger Rechtschreibtraining gemacht.
„Allerdings eignet sich dieses Training nur für Kinder, die gerne mit
Regeln arbeiten.“ Was andere intuitiv machen, etwa nach einem kurzen Vokal
zwei Konsonanten zu schreiben – wie in „rennen“, „passen“, „hoffen“ –,
das lernen legas-thene Kinder mit diesem Programm bewusst. Auch bei den
älteren Kindern gilt: Abwechslung hilft. Kargl und sein Team arbeiten
mit Whiteboards, Computern, auch mit Schiefertafeln.
Der häufigste Fehler, der Eltern unterläuft: Sie wiederholen nicht genug.
„Das Lernwort wird fürs Diktat gelernt und nach zwei Wochen ist es wieder
weg. Dabei hätte das Kind das Wort in diesen zwei Wochen täglich wiederholen
müssen.“ Außerdem orientieren sich die Eltern zu stark am Lehrplan: „Wenn
in der vierten Klasse Volksschule die S-Schreibung durchgemacht wird,
dann üben die Eltern mit den Kindern die S-Schreibung. Auch wenn es vielleicht
mit der Zuordnung von Laut und Buchstaben noch gar nicht sicher klappt!“
Das Ergebnis: Trotz aller Mühe bleibt der Erfolg aus. Camillo geht jetzt in die vierte Klasse Volksschule. Er fühlt sich wieder wohl im Unterricht, hat Blockaden abgebaut, seine Leistungen werden besser, auch wenn er noch nicht Anschluss gefunden hat. Zu viel ist nachzuholen: „Mir ist wichtig, dass er auch Zeit hat zu spielen, aber eigentlich müsste ich jeden Tag mit ihm zwei Stunden lesen und schreiben – und auch rechnen.“ Camillos Mutter seufzt: „Camillo hat noch zwei Brüder. Aber eigentlich müsste er Einzelkind sein.“ ("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.11.2009) |
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Profil, 29. Juni 2009
Legasthenie ist heilbar Von der Lese- und Rechtschreibschwäche sind in Österreich Schätzungen zufolge vier bis acht Prozent aller schulpflichtigen Kinder betroffen. Gänzlich ist der Defekt, der genetisch bedingt, aber auch laut neuen Erkenntnissen durch problematische Schwangerschaften ausgelöst werden kann, „nicht behebbar, aber man kann durch gezieltes Training erhebliche Verbesserungen erreichen“, so die Psychologin Eva Sebök vom Wiener Lese-Rechtschreib-Institut, das sich seit zehn Jahren die Therapie betroffener Kinder zur Aufgabe gemacht hat. Zwar würden in vielen Schulen schon Legasthenie-Förderstunden angeboten, doch die herrschende Ignoranz bezüglich der Schwäche mache noch vielen Kindern die Schule zur Hölle: „Sie werden beständig abgewertet und als faul und dumm stigmatisiert.“ Schließlich würden noch viele Lehrer unterrichten, in deren pädagogischer Ausbildung der Umgang mit Legasthenikern „überhaupt noch kein Thema war, wie sie selbst zugeben“. Seebök: „Erst heute hat mich ein verzweifelter Vater angerufen. Der Lehrer weigert sich, die Rechtschreibschwäche bei der Beurteilung des Kindes zu berücksichtigen.“ Um den Leidensweg von Schulkindern zu reduzieren, hilft ein Früherkennungsverfahren. Je früher mit dem Training begonnen wird, desto größer ist die Chance, das Problem zu reduzieren. Sollte ein Kind im Alter zwischen 4,5 und fünf Jahren häufig nach Worten suchen, an Schwierigkeiten beim Nachsprechen, der Silbenzerlegung oder der Zuordnung von Formen wie Kreis oder Rechteck leiden bzw. in der Familie bereits Legastheniefälle aufgetreten sein, wäre ein Test im Kindergarten oder einem auf Lernschwierigkeiten spezialisierten Institut anzuraten. |
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Der Standard - WISSENSCHAFT/FORSCHUNG SPEZIAL Mittwoch 27. Juni 2009 (http://epaper.derstandarddigital.at/standard/forms/page.htm 01.07.2009)
GEISTESBLITZ |
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Andreas Fink untersucht die Arbeitsweise des Gehirns. Foto: Initiative Gehirnforschung Steiermark |
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Trainingseinheiten fürs Gehirn Andreas Fink erforscht die neurowissenschaftliche Basis der Kreativität Astrid Kuffner Zündende Ideen kommen nicht gern unter Zeitdruck. Viel eher scheint der kreativen Inspiration eine "entspannte, kritikfreie Atmosphäre, die frei von Angst und Bewertungen ist, zuträglich zu sein", fasst Psychologe Andreas Fink zusammen. Fundierte und systematische Untersuchungen zu den Einflüssen auf kreative Denkprozesse gibt es kaum. Mit seiner Habilitation legte der 33-Jährige, der noch bis Ende September eine Vertretungsprofessur für Persönlichkeitspsychologie an der Universität Potsdam innehat, eine Reihe neurowissenschaftlicher Studien zum Thema vor. Das Werk wurde heuer mit dem Preis für innovative Arbeiten des Berufsverbands Österreichischer Psychologinnen und Psychologen ausgezeichnet. Um der Arbeitsweise des Gehirns auf die Spur zu kommen, stellte Andreas Fink seinen Testpersonen Denk- und Problemlösungsaufgaben: Woher kommt ein Leuchten in der Dunkelheit? Was erwartet dich am Ende einer Kletterpflanze, die bis in den Himmel reicht? Während sich die Probanden möglichst originelle Vorschläge einfallen ließen, zeichneten Fink und sein Team ihre Hirnströme auf. Die Ergebnisse zeigen, dass "Kreativität kein mystisches Phänomen darstellt, sondern mit gewöhnlichen Denkprozessen einhergeht", erklärt der Forscher, der gerne Zehn-Kilometer-Läufe absolviert oder in die Berge geht, um selbst den Kopf freizubekommen. Und: Kreatives Denken kann durch einfache Denkübungen wirksam trainiert werden. Das führt nicht nur zu einer Verbesserung der kreativen Denkleistung, sondern geht auch mit Veränderungen in Gehirnfunktionen einher. Das Gehirn bleibt also das ganze Leben plastisch, trainierbar und lernfähig. Eine besonders wichtige Aufgabe sieht Andreas Fink darin, schon bei den Jüngsten - Hochbegabten ebenso wie Benachteiligten - kreative Fähigkeiten bestmöglich zu fördern. Nach der Matura wollte der Grazer eigentlich die Sozialakademie besuchen. Weil es damals aber nur wenige Plätze gab, begann er mit Psychologie. Zum Umstieg kam es nie, denn er schloss das Studium in Mindestzeit ab. Als Zivildiener bei "Jugend am Werk" begleitete und betreute er Kinder und Jugendliche aus schwierigen Verhältnissen. Die dort gesammelten Erfahrungen motivieren ihn bis heute, "als wissenschaftlich tätiger Psychologe in praxisnahen Feldern aktiv zu sein". 2004 begann seine intensive Zusammenarbeit mit dem Grazer Lese- und Rechtschreibinstitut sowie dem bundesweiten "Verein zur Förderung legasthener und unter erschwerten Bedingungen lernender Menschen", dessen stellvertretender Obmann er ist. In Projekten mit verschiedenen Institutionen geht es stets um die Entwicklung und empirische Überprüfung von Tests und Trainingsprogrammen sowie die Identifikation von Bedingungen, die förderlichen oder hemmenden Einfluss auf die Kreativität von Kindern ausüben können. der Standard Webtipp: www.phdl.at/institute/forschungentwicklung/ forschungsprojekte/kreativitaetstraining.html
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Die Presse
INITIATIVE Rat und Hilfe für legasthene Kinder und deren Eltern Das Wiener Lese-Rechtschreib-Institut und die Initiative Legasthenie beraten.
WIEN (hes). Weil Kinder, die von einer Lese- und Rechtschreibschwäche betroffen sind, vor Schuleintritt nicht auffallen, eben weil sie aufgeweckt und intelligent sind und zunächst niemand bemerkt, dass Lesetexte auswendig aufgesagt werden und nicht tatsächlich erlesen werden, werden Probleme in diesem Bereich eher spät bemerkt. Das Lese-Rechtschreib-Institut in Wien (Staudgasse 72, 1180 Wien) bietet Eltern von Kindern, die von einer Legasthenie betroffen sind, jetzt kostenlose Telefonberatung an. (Graz: 0316/69 2802, in Wien: 4090670) Oft fallen Kinder dadurch auf, dass man besonders viel mit ihnen üben müsse, ohne dass die Anstrengungen dabei gleich den gewünschten Erfolg zeigen. Auch in Mathematik und anderen Fächern treten Probleme auf, Kinder wie Eltern leiden unter der Situation. Am Institut sollen neue Lernformen vermittelt werden, Eltern unterstützt und beraten werden. Für die Kinder soll vor allem Spiel und Spaß rund ums Lesen und Schreibenlernen im Vordergrund stehen. |
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Heilpädagogische Forschung ZEITSCHRIFT FÜR PÄDAGOGIK UND PSYCHOLOGIE BEI BEHINDERUNGEN Effektivitätsüberprüfung
eines morphemorientierten Grundwortschatz-Segmentierungstrainings (MORPHEUS)
bei Kindern und Jugendlichen Trotz der großen Anzahl an Rechtschreibtrainings wurden die wenigsten davon wissenschaftlich evaluiert. Die meisten Programme sind auf phonologische Aspekte ausgerichtet, die eher am Beginn des Schriftspracherwerbs eine Rolle spielen. Deshalb existieren kaum valuierte Übungsmaterialien, für die Förderung ab der 4. Schulstufe und höher. Mit MORPHEUS wurde ein computerunterstütztes Grundwortschatztraining auf morphematischer Basis entwickelt und in zwei Studien mit einem Prätest-Training-Posttest-Design evaluiert. Die morphematische Bewusstheit wurde durch ein eigens dafür konstruiertes Testverfahren überprüft, die Rechtschreibleistungen mit der Hamburger Schreibprobe erhoben. In Studie 1 konnte die Trainingsgruppe nach nur zweieinhalb Wochen Training die Rechtschreibleistung signifikant verbessern. Die stärksten Zuwachsraten waren in der morphematischen Strategie zu verzeichnen. Auch in Studie 2 konnten statistisch signifikante Trainingseffekte in der Rechtschreibung sowie in der morphematischen Bewusstheit beobachtet werden. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass morphematische Trainingsprogramme sehr effektiv die Rechtschreibleistung verbessern. Schlüsselwörter: Rechtschreibtraining, computerunterstütztes Training, morphematische Rechtschreibstrategie, morphematische Bewusstheit, Morphem, Schriftspracherwerb
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Ausschnitte aus Rundfunksendungen
Oe1 Morgenjournal am 9. Oktober 2009 Bei einer Mini-Enquete des Wissenschaftsfonds FWF erläuterten gestern Abend Bildungsfachleute die Ursachen und Lösungen für Lese-und Rechtschreibschwächen bei Kindern und Jugendlichen. Das Ergebnis: Der Schlüssel zu beidem liegt im Vorschulalter.
Radio Graz am 23. April 2008 Thema: Lesen aber nicht können! Mit Felix von Bally zum Welttag des Buches.
Radio Steiermark am 16. September 2006 Ein Bericht über das Lese-Rechtschreib-Institut.
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