Lese-Rechtschreib-Institut

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Legasthenie/ Lese und Rechtschreibschwäche -

Was ist das?

Fast jeder hat schon irgendetwas über das Thema Legasthenie gehört und trotzdem ist für viele unklar, was man genau darunter versteht. Viele Betroffene wissen gar nicht, woher die Probleme beim Lesen und Schreiben kommen. In den meisten Fällen wird darauf mit einem Mehr an Üben reagiert, doch ein Erfolg stellt sich trotzdem nicht ein.

 

Nach psychologischer Klassifikation handelt es sich bei einer Lese-Rechtschreibstörung um eine Beeinträchtigung in der Entwicklung des Lesen- und Schreiben-Lernens, "die nicht allein durch das Entwicklungsalter, Visusprobleme oder unangemessene Beschulung erklärbar ist" (ICD10. F 81). D.h. Legastheniker sind intelligente und aufgeweckte Menschen, deren Leistungen lediglich im Bereich der Schriftsprache hinter den Erwartungen zurückbleiben.
Eine Lese-Rechtschreibschwäche wächst sich nicht aus, und auch vermehrtes Üben führt kaum zum gewünschten Erfolg, denn die Betroffenen benötigen Hilfe von Experten, die es ihnen ermöglicht, den Schriftspracherwerb systematisch nachzulernen.

 

  Der idealtypische Schriftspracherwerb


Kinder durchlaufen beim Erlernen des Lesens und Schreibens einige grundlegende Entwicklungsschritte

(Vgl. Frith, 1985; May 2002):


1. Kinder erkennen, dass den Schriftzeichen Bedeutungen zugeordnet sind. Sie sind in der Lage Logos von Firmen wiederzuerkennen oder können ihren Namen schreiben. Die einzelnen Buchstaben wurden aber noch nicht gelernt, das Wort abgemalt.


2. Auf der nächsten Stufe muss gelernt werden, dass den einzelnen Buchstaben bestimmte Laute zugeordnet sind und umgekehrt. Nun können die Kinder selbstständig Wörter erlesen und auch schreiben, indem sie Buchstabe für Buchstabe zusammenfügen. Die Strategie lautet: "Schreibe das Wort so, wie du es hörst."

3. Zahlreiche Schreibungen des Deutschen weichen aber von der Aussprache der Wörter ab, wie z.B. das"stumme h" oder das "ie". Diese abweichenden Schreibungen muss man sich einfach merken oder über eine Regel erschließen.

4. Wörter bestehen aus gleich bleibenden Teilen. So wird aus dem Wort "kaufen" mit der Vorsilbe "ver" das Wort "verkaufen" und daraus wieder der "Verkäufer". Hier muss die Strategie lauten: "Mit welchem Wort ist das zu schreibende Wort verwandt?"

Alle diese komplexen Strategien müssen sinnvoll integriert werden. Gelingt das nicht, kommt es zu Unsicherheiten und langfristig zu einer Lese-Rechtschreibschwäche. Die Schwierigkeiten, die in der Folge oft von Schul- bzw. Versagensängsten, Konzentrationsproblemen u.ä. begleitet werden, halten sich in fast allen Fällen bis ins Erwachsenenalter.
Durch ein entsprechendes Training können diese Fertigkeiten allerdings in jeder Altersstufe nachgelernt werden. Dazu ist es, wie unsere Erfahrung zeigt, auch im Erwachsenenalter nicht zu spät.

 

Woran erkenne ich eine Legasthenie/Lese- und Rechtschreibschwäche?

Die Ursachen einer Lese- und Rechtschreibschwäche sind genauso vielfältig wie ihre Erscheinungsformen. Präzise bestimmt werden kann die Ausprägung einer LRS nur durch eine umfassende diagnostische Testung (siehe Diagnose).


Symptome, auf die man achten sollte

Das Kind lehnt das Schreiben und Lesen ab.
Die Anzahl der Rechtschreibfehler vermindert sich auch bei vermehrtem Üben kaum.
Das Lesen bleibt trotz großer Anstrengung fehlerhaft und holprig.
Die Anzahl der Fehler nimmt vor allem beim freien Schreiben stark zu.
Das Erlernen einer Fremdsprache bereitet in den meisten Fällen Probleme.
Auch bei Abschreibübungen schleichen sich Fehler ein.
Deutsch wird mit der Zeit als Fach abgelehnt.

 

 

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